Thorsten (Leadgitarre/Gesang)

Thorsten (Leadgitarre/Gesang)

Thorsten (Leadgitarre/Gesang)

Steckbrief:

Name: Thorsten W.

Geburtstag: 02.01.1988

Wohnhaft: Mering

Instrument: Lead Gitarre, Gesang

Lieblingsbands: Machinehead, Caliban, Tankard, Slipknot, Blümchen

Hobbys: Eishockey, Fitness, Schwimmen

 

Das neue Album und die erste Deutschland Tour sind ja nun vorbei. Ebenso habt ihr im Jahr 2017 drei Musikvideos aufgenommen. Was waren die Lustigsten/Besten/Anstrengendsten Momente dieses prall gefüllten Jahres für dich?

Für mich persönlich war 2017 im Gesamten schon sehr anstrengend. Wenn man einen Großteil des Songwritings, Managements und Bookings übernimmt ist das schon wirklich ein Halbtagsjob und man muss lernen sich zurück zu nehmen und den Druck von den Schultern nehmen. Was genau am anstrengendsten ist?

Ich mache mir schon zu viele Gedanken und zu viel Druck. Wie kommt welcher Songs bei den Bandmitgliedern an? Wie setzen wir ihn am besten um? Ist der Song gut genug? Wie läuft die Tour? Sind die Aussagen der jeweiligen Tourmanager alle richtig? Was ist wenn es gar nicht läuft?

Umso besser war es natürlich dass die Tour so gut gelaufen ist. Der schönste Moment – also ein toller Moment war irgendwie nach dem Erfurt Konzert als es wieder nach Hause ging – ich hatte das Gefühl das in dem Moment die Band noch mehr zusammen gewachsen ist durch diese Erfahrung.

Einer der lustigsten Bandmomente war für mich in Bochum. Wenn manches Bandmitglied das Hotelzimmer nicht mehr findet und stattdessen in der Hotelküche von einer großen Hotelkette sich verbunkert – das war schon sehr amüsant. Die Securitys waren zwar nicht sonderlich begeistert, ich dafür umso mehr. Das besagte Bandmitglied fand sein Hotelzimmer übrigens nicht mehr – sondern fiel in mein Bett :-)

 

Welches Konzert diese Jahr war deiner Meinung nach das Beste bzw. welche Aftershow Party?

Für mich war das Konzert in Berlin am besten. Die Halle war prall gefüllt, viele Leute sind abgegangen, haben mitgesungen, sich zum Stage-Diving hinreißen lassen – und auch im Nachhinein wurde man von vielen neu gewonnen Fans angesprochen. Die beste After-Show-Party fand ebenfalls in Berlin statt. Dort wurde gefeiert bis in die frühen Morgenstunden und man erreichte das Hotel erst bei Tagesanbruch wieder. Also, Platz 1 geht an Berlin - „DICHT“ gefolgt von Bochum – die Party hatte auch einiges zu bieten :-)

 

Du komponierst ja die Songs und schreibst die Texte, welcher Song auf dem Album hat für dich persönlich die höchste Gewichtung?

„Bis du stirbst“ ist ein Song der mir persönlich sehr viel bedeutet. Dieser Song ist gar nicht so einfach zu verstehen und trägt bittere Botschaften in sich. Im Grunde sind wir als Marionetten geboren, nur wenige Menschen hinterfragen sich, wozu und für was sie eigentlich geboren werden. Was ihre Aufgabe ist. Was ihre Bestimmung sein könnte. Stattdessen ergibt man sich dem Alltagstrott, lebt ein Leben das man still im Inneren gar nicht möchte. Schaut fern, zockt, trinkt wein – und irgendwann fängt man leise an zu schreien. Viele Menschen haben schon viel länger ein Gefühl, dass irgendwas falsch läuft und irgendwann bricht es aus einem heraus.  

Ich zeige in diesem Song Varianten, wie man mit so etwas umgehen könnte und wie Leute auch damit umgehen. Ich spreche auch ein schwieriges Thema an – Suizid. Ich höre immer wieder von Bands in ihren Songs: „Es ist nicht deine Entscheidung wann du gehst“. Dem möchte ich widersprechen. Jeder Mensch hat seine eigene, freie Entscheidung wann er gehen möchte.

Ich möchte damit keine Lanze für Suizid brechen, aber tief im Inneren verstehe ich Menschen, die keinen Ausweg mehr sehen, voll und ganz. Ich möchte damit aber auch Menschen sensibilisieren „auszubrechen“. Sich frei von allem zu machen. Und neue Hoffnung zu schöpfen.

 

Erzähl doch mal was dich zu den Themen der Songs des Aktuellen Albums inspiriert hat.

Das ist wie so meistens, mein eigenes Leben. Ein Großteil der Lyrics handelt um die Lebensbewältigung – „Ich breche aus“, „Frei sein“, „Bis du stirbst“, „Schicksal“, „Wo geht die Reise hin“ – diese Songs handeln darum aus der Gesellschaft auszubrechen, dem Massenkonsum zu entgehen, stattdessen eben „Frei sein“, wieder zu atmen, verstehen dass jeder seine eigene Entscheidungen trifft und für sein Handeln verantwortlich ist – und somit selber auch sein Schicksal in seinen Händen hält. Zumindest in großen Teilen. „Wo geht die Reise hin“ ist ein Ausblick in die Zukunft und ein Ratschlag dass man vor allem auf sein Herz hören sollte – mehr als auf seinen Verstand. Im Song „Glücklich sein“ möchte ich Menschen Mut machen – dass auf jede miese Zeit auch wieder schöne folgen.

„Immer noch hier“ ist eine Hymne an meine Bandkollegen, mit denen ich doch schon sehr lange zu tun habe.

Andererseits werden auf dem Album auch politische Aussagen getroffen. Im Song „Herz und Verstand“ geht es um Völkerverständigung, dass jeder Mensch gleich ist. Wir tolerieren kein rassistisches Gedankengut.

Als auch im Song „ich breche aus“ prangern wir den modernen Kapitalismus an und verurteilen ihn aufs Schärfste.